Gefunden: Die Kinder aus dem vergangenen Leben

Ein Interview mit Jenny Cockell

Jenny Cockells Lebensweg (Kapitel 9, „Eine seltsame Begebenheit“) zählt zu den beeindruckendsten Zeugnissen für die Reinkarnation. Für ein Interview, das Dr. Jens Rohrbeck führte, traf ich die Engländerin gemeinsam mit einem Filmteam in ihrem Haus in Towcester. Hier Auszüge aus diesem Gespräch:

In Ihrem Buch „Yesterday’s Children“, das Sie vor einigen Jahren schrieben, berichten Sie, wie Sie sich auf die Suche von Menschen machen, die im vergangenen Leben Ihre Kinder waren. Wie begannen Ihre Erinnerungen an dieses frühere Leben?

Cockell: Tatsächlich haben die Erinnerungen nie wirklich begonnen. Sie waren immer da, und ich glaubte, es würde jedem so ergehen. Aber mir wurde bald bewußt, daß andere Leute nicht über ihre vergangenen Leben sprechen. Als ich heranwuchs, dachte ich eine Zeitlang, daß die anderen mir vielleicht nicht die Wahrheit sagten, daß sie sich erinnerten, es aber nicht zugeben wollten. Es war für mich schwer zu akzeptieren, daß die meisten anderen Menschen sich nicht an vergangene Leben erinnern können. Wenn ich darüber sprach, dann sagte man mir, das alles sei nur ein Glaube, und ich konnte auch meine Eltern nicht dazu überreden, nach Irland zu reisen und nachzusehen, ob meine Erinnerungen Wirklichkeit waren.

Wie gelang es Ihnen denn, ausfindig zu machen, wo Sie im vergangenen Leben gelebt hatten, wie kamen Sie auf den Ort Malahide in Irland?

Cockell: Als ich klein war, zeichnete ich immer Karten von einem Dorf. Ich war mir nicht sicher, wo dieses Dorf lag, aber ich wußte bestimmt, daß es in Irland war. Ich wußte auch, wo ungefähr in Irland. Als ich zwischen neun und zehn Jahre alt war, suchte ich in einem Schulatlas. Dabei wurde meine Aufmerksamkeit wiederholt auf eine bestimmte Stelle auf der Karte gezogen. Und der einzige Name dort war Malahide. Ich nehme an, daß Mary eine Karte von Irland gesehen hatte und wußte, wo das Dorf lag. Das ist für mich die einzige Erklärung dafür, daß ich wußte, wo ich zu suchen hatte. Ich habe nicht einmal in Erwägung gezogen, anderswo zu suchen!

Und als erwachsene Frau unternahmen Sie dann eine wichtige Reise nach Irland …

Cockell: Ja, ich wollte versuchen, die Familie zu finden, an die ich mich erinnern konnte. Ich wußte, daß ich in Malahide suchen mußte, aber ich war mir nicht sicher, ob ich mich ausreichend erinnern konnte, ob ich genügend Details wußte. Denn ich konnte mich an keinen Nachnamen erinnern. Ich erinnerte mich an Vornamen, kannte einige Namen der Kinder und wußte auch, wo das Holzhaus der Familie stand. Aber ich hatte keine detaillierte Straßenkarte gefunden und besaß nur die Karten, die ich während meiner Kindheit gezeichnet hatte. Ich habe dann Hypnose benutzt, um herauszufinden, ob ich mich an mehr erinnern kann. Das brachte mir aber in Wirklichkeit nicht nur Vorteile. Der Name, an den ich mich unter Hypnose erinnerte, war falsch, aber es kamen ein oder zwei weitere Dinge hervor, die unglaublich genau waren. Bei Hypnose muß man vorsichtig sein!

Wann sind Sie dann erstmals nach Malahide gereist?

Cockell: Das war am 5. Juni 1989. Bevor ich nach Irland reiste, gelang es mir, im Buchladen eine Straßenkarte von Malahide zu bestellen. Als sie dort eintraf, brachte ich meine kleine, selbst gezeichnete Karte mit, legte sie daneben – und es war klar: es war der richtige Ort! Ich hatte die Straßen korrekt plaziert, sie liefen in die richtige Richtung. Auch der Bahnhof war richtig angegeben. Also wußte ich, daß es sich lohnen würde, dorthin zu reisen. Am 5. Juni 1989 spazierte ich dann durch Malahide. Und das war sehr merkwürdig – wie wenn man von seiner Heimatstadt weggezogen ist und nach längerer Zeit wieder zurückkehrt. Man wird dann zuerst die Veränderungen bemerken. So ging es mir, mir fielen die Dinge auf, die anders waren. Am Ende einer Straße hatte ich zum Beispiel eine Baustelle erwartet, statt dessen waren jetzt Geschäfte dort. Der Anlegesteg war nicht mehr aus Holz, sondern aus Beton. Und als ich die Gasse hinunterging, um das Holzhaus zu finden, war es für mich noch verwirrender, weil man die Flußau ausgetrocknet und Häuser darauf gebaut hatte. In meiner Vorstellung stand das Haus immer noch genau­so dort wie zuvor. Aber natürlich war Zeit vergangen. Es war eine Ruine, völlig mit Dornbüschen bedeckt, und es war nur ein kleiner Teil der Mauer übrig, ungefähr hüfthoch. Als ich dann in der Mitte des Gebäudes stand, sah ich es für einen Augenblick so, wie es einst war – und dann wieder als Ruine. Merkwürdig erschien mir auch die Mauer, die neben dem Holzhaus vorbeilief. Sie war immer zu hoch gewesen, um sich darauf zu lehnen, und ich dachte, daß sie geschrumpft sein müsse. Aber dann wurde mir klar, nicht die Mauer ist geschrumpft, sondern ich bin jetzt um einen Fuß größer!

Gab es für Sie auch unangenehme Erinnerungen an das frü­here Leben?

Cockell: Ja, die Erinnerungen sind so, wie das Leben ist – und das Leben ist nicht immer angenehm. Zumeist war es sehr hart. Wir lebten in Armut, und es war schwer, die Kinder zu ernähren. Es gab einige Erinnerungen, die ich unterdrückte und die dann durch den Kontakt mit Sonny wieder zurückkamen – zum Beispiel die Erinnerung an den Vater, wenn er sich betrank und die Kinder und die Mutter schlug. Daran erinnert man sich nicht besonders gern. Ich neigte dazu, meine Erinnerung mehr auf die Kinder zu konzentrieren, auf die Zeit, die wir zusammen verbrachten, und was wir machten, wenn der Vater nicht da war. Ihn versuchte ich aus meinem Bewußtsein auszublenden. Obwohl ich mich auch an die Zeit erinnere, als er jünger war. Damals war er nicht derselbe. Ich bin mir nicht ganz sicher, was mit ihm geschehen war – aber was immer es war, es ist wahrscheinlich während des Ersten Weltkrieges passiert. Danach begann er zu trinken.

Auch der Augenblick des Todes war für Sie wohl recht traumatisch?

Cockell: Ja, das war eine Erinnerung, die immer wiederkehrte, ob ich es wollte oder nicht. Ich erinnere mich daran, in einem hell erleuchteten Raum gewesen zu sein. Damals gab es in Irland im allgemeinen keine Elektrizität, dieser Raum hatte aber Strom, es gab ein Fenster mit zwei getrennten Scheiben, und ich konnte durch die Tür einen Flur sehen. Ich war also in einem Krankenhaus, hatte starke Schmerzen. Und ich wußte, daß ich die Kinder zurücklassen würde, daß es nichts gab, was ich tun konnte, und ich fühlte mich absolut und furchtbar schuldig dafür. Dann erinnere ich mich an das Bett mit dem Körper drin, unter mir; ich sah alles von oben – von weiter oben noch als die Decke des Raumes. Die Decke hätte im Weg sein müssen, sie war es aber nicht, und ich wurde nach rückwärts weggezogen. Zuvor, erinnere ich mich, kam jemand herein und kniete am Bett, wahrscheinlich war es ein Priester. Vor einigen Jahren besuchte ich dieses Krankenhaus und zeichnete einen Grundriß des Raumes, in dem ich gestorben war. Die Oberschwester erkannte ihn als den Isolierraum im alten Flügel des Gebäudes. Ich war nicht sehr scharf darauf, in den Raum zurückzukehren, aber als ich dort gewesen war, bemerkte ich, daß mein Schuldgefühl, die Kinder zurückgelassen zu haben, viel schwächer geworden war. Früher hatte ich meinen Zustand nicht akzeptiert – Gasbrand, Blutvergiftung, Lungenentzündung, und es gab keine Antibiotika! Ich hatte einfach gedacht, ich hätte nicht sterben dürfen, die Kinder nicht verlassen dürfen.

Nachdem Sie also Malahide und das Haus gefunden hatten – wie gelang es Ihnen, die Kinder aufzuspüren? 

Cockell: Ich schrieb später an den Inhaber des Hauses, und es stellte sich heraus, daß er sich an die Familie erinnern konnte. Er erinnerte sich an die Kinder, mit denen er zur Schule gegangen war, und konnte mir den Nachnamen der Familie nennen, was mir weiterhalf. Dann schaltete ich eine Anzeige in einer Zeitung, um die Familienmitglieder ausfindig zu machen, und jemand schickte mir einen Umschlag mit dem Namen und der Adresse von einem der Söhne. Nun wurde es aber schwer, denn ich mußte mich fragen, ob es richtig war, das zu tun – zurückzukehren als die Mutter, die die Kinder in der Kindheit verloren hatten. Ich wußte auch nicht genau, was ich sagen sollte. Zuletzt entschloß ich mich, einem der Söhne zu schreiben, und ich erhielt darauf einen Anruf von ihm, der sehr merkwürdig verlief. Er war leicht schwerhörig, und seine Tochter nahm immer wieder den Hörer auf und versuchte zusammenzureimen, wovon ich sprach. Ich erklärte ihnen, daß ich die Familie aus Träumen kannte; ich sagte nicht wirklich, worum es sich handelte. Das ging nicht besonders gut. Er – es war der zweite Sohn – verstand es eigentlich nicht. Aber dann gelang es mir, nachdem er mir einige Daten zugesandt hatte, den ältesten Sohn ausfindig zu machen. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich eine leichte Panik, deshalb setzte ich mich mit einer interessierten Forscherin in Verbindung, um die Sache etwas offizieller zu machen, damit sie nicht ganz so beängstigend für die Familie war. Diese Forscherin recherchierte die Geschichte, interviewte mich und den ältesten Sohn und trug die Aussagen von uns beiden zusammen. So kamen durch ihre Arbeit noch vor unserem Treffen neun Seiten mit Aussagen zustande, die in den kleinsten Dingen über­einstimmten. Und damit hatte ich etwas, worüber ich mit Sonny sprechen konnte. Sonny war der älteste Sohn, er wurde 1919 geboren. Ich erinnere mich an ihn, als er ungefähr 13 Jahre alt war. Wir konnten also die Aufzeichnungen der Forscherin zusammen durchgehen und uns darüber austauschen. Sonny sollte etwas erzählen und ich die Geschichte zu Ende bringen. Dann sollte ich beginnen und er weitererzählen. So erzählte ich von einem Tag irgendwann im November. Jemand am Ende der Gasse hatte den Jungs beigebracht, wie man eine Falle baut, um damit Wild zu fangen. Und nun kamen die Jungs früh am Morgen hereingestürmt – ich erinnere mich, daß ich meine nassen Hände trocknen mußte –, und wir eilten hinaus, um das Kaninchen anzusehen, das sie gefangen hatten. Ich weiß noch, wie ich zwischen allen Köpfen nach unten auf das ausgestreckte Tier starrte. Aber ich konnte mich nicht daran erinnern, was danach geschah. Sonny aber wußte es: Weil es kein Kaninchen, sondern ein Hase war, der schwer zuzubereiten ist, ließen sie ihn laufen. Er konnte die Geschichte zu Ende erzählen. Danach erzählte er, das Brot, das er am meisten mochte, sei das gewesen, welches seine Mutter im Kochtopf zubereitete. Und ich sagte: „Ah, meinst Du das, welches immer über den Rand hinauswuchs und immer größer und größer wurde?“ Einige Male hielt er inne und schaute mich an … aber wir haben über Reinkarnation erst viel später gesprochen. Ich wollte ihm die Möglichkeit geben, selbst herauszufinden, was er von dem hielt, was da vor sich ging, und was er dachte, daß es sei. Aber es stellte sich heraus, daß er damit sehr gut umgehen konnte. Ich traf ihn mehrere Male, und nach kurzer Zeit erzählte er nicht mehr: „Ich erinnere mich, daß meine Mutter …“ etwas tat, sondern er sagte: „Erinnerst Du Dich, als Du das gemacht hast?“ Das war eine wunderbar feine Art, die Reinkarnation zu akzeptieren, aber das war ihm gar nicht bewußt.

Was haben Sie bei all dem empfunden?

Cockell: Das einzige, womit ich das vergleichen kann, ist vielleicht eine Adoptivfamilie. Man hat den Eindruck der Zugehörigkeit, gehört aber dennoch nicht ganz dazu, weil man eine andere Person ist. Ich hatte auch mit der Familie Schwierigkeiten, denn obwohl sie mich akzeptierte, konnte ich mich nicht ganz so verhalten, wie ich es gern getan hätte. Als ich das erste Mal Sonny begegnete, konnte ich nicht einfach meine Arme um ihn schlingen und sagen: „Wie wunderbar, Dich zu sehen!“ Denn aus seiner Sicht traf er mich ja zum ersten Mal. Deshalb mußte ich mich zurückhalten. Und das war schwer – ihnen Zeit zu lassen! Die meisten der Kinder mußten sich gegenseitig austauschen, denn sie waren ja getrennt, in verschiedene Heime geschickt worden, und einige von ihnen hatten sich über längere Zeit nicht gesehen, wohl sogar die meiste Zeit ihres Lebens nicht. Um ihnen also diesen Raum zu geben, einander zu finden, miteinander zu sprechen und Zeit miteinander zu verbringen, mußte ich in den Hintergrund treten und den Dingen ihren Lauf lassen. Ich hatte immer noch mütterliche Gefühle. Ich wollte sie nicht durch mein plötzliches Eindringen aus der Fassung bringen. Eine sehr, sehr schwierige Situation. Eigentlich hatte ich viel Glück. Sonny hat vieles leichter für mich gemacht, da er mit den anderen Familienmitgliedern alles besprach. Er war so direkt – er war es auch als Kind, ein sehr, sehr direkter kleiner Junge. Er hat öfters seinen Brüdern und Schwestern Fragen gestellt, die ich nicht gerne stellen wollte. Als die fünf Kinder und ich einander zum ersten Mal trafen, saßen wir alle um einen Tisch, und Sonny sagte: „Nun, was denkt Ihr über Jennys Geschichte?“ Und ich dachte: O je! Denn ich selbst wollte keine Betrachtungsweise zur Diskussion stellen, wollte nie sagen: „Schaut! Hier handelt es sich um Reinkarnation!“, sondern jedem seine Sichtweise lassen.

Ihre Lebensgeschichte hat auch eine Filmproduktion mit Jane Seymour inspiriert. Was denken Sie über diesen Film?

Cockell: Das war nicht wirklich meine Geschichte. Manche Teile waren es, einige waren absolut ins Schwarze getroffen, ein oder zwei Stellen. Das totgeborene Baby … ich muß immer noch weinen, wenn ich das sehe, weil es natürlich sehr traumatisch war. Aber – ich bin gern optimistisch! Meine Absicht war es, an die Öffentlichkeit zu gehen, um den Reinkarnationsgedanken einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, und wie auch immer das geschieht, ist es schon recht! Als ich aufwuchs, fühlte ich mich ja sehr isoliert. Die Menschen um mich herum konnten Reinkarnation nicht als echtes Erlebnis akzeptieren. Und ich denke, je mehr wir über diese Dinge sprechen, desto besser ist es für die Kinder. Es gibt ja viele Kinder, die mit solchen Erinnerungen an frühere Erdenleben aufwachsen, und das kann sehr verwirrend sein.

Kennen Sie solche Kinder?

Cockell: Ich habe einige getroffen. Aber normalerweise vergessen sie die Erinnerungen im Alter von etwa sechs Jahren. Sie haben dann weniger Kontakt zur Mutter, gehen zur Schule, verändern sich. Ein Grund für mich, an die Öffentlichkeit zu gehen, war auch der Versuch, es für andere leichter zu machen, die die gleichen Erlebnisse haben.

Nachdem Sie an die Öffentlichkeit gingen, hatten Sie sicher auch oft mit Skeptikern zu tun, die Ihnen vielleicht unterstellen, die Geschichte nur erfunden zu haben, um Geld zu verdienen oder im Mittelpunkt zu stehen. Was entgegnen Sie solchen Menschen?

Cockell: Es ist schon interessant – besonders über Kinder, die sich an etwas von früher erinnern, habe ich Leute sagen hören: „Alle Kinder suchen Aufmerksamkeit. Sie wollen im Rampenlicht stehen!“ Aber ich wußte, daß einige in Wirklichkeit sehr schüchtern waren und lieber nicht im Rampenlicht stehen wollten. Man muß schon einen sehr guten Grund haben, sich dem auszusetzen. Ich erzähle meine Geschichte nicht für Menschen, die damit nichts zu tun haben wollen. Ich erzähle sie, um Menschen zu helfen, die mehr über das Erlebnis wissen und es verstehen wollen. Wenn es jemand ablehnt und skeptisch bleiben will, macht mir das wirklich keine Sorgen. 

Sie sagten vorhin, daß Sie auch Ihren früheren Kindern gegenüber keinen Druck ausüben wollten. War zuletzt jeder davon überzeugt, daß es sich um Reinkarnation handelte?

Cockell: Das war wirklich merkwürdig. Ich habe zuerst Sonny getroffen und anfangs nicht über Reinkarnation gesprochen. Etwa bei dem fünften oder sechsten Treffen hat er das Thema dann selbst angeschnitten. Und ich sagte ihm: „Nach meiner Überzeugung handelt es sich darum, aber Du mußt das nicht so sehen!“ Und er sagte nur: „Hmm …!“ Aber er schien ganz zufrieden mit dieser Erklärung zu sein. Phyllis traf ich in Sonnys Haus, nachdem es uns gelungen war, sie ausfindig zu machen – und ihr gegenüber habe ich nicht viel darüber gesagt, welche Rolle ich spielte. Auch bei den anderen, die ich nacheinander traf, habe ich nicht wirklich ausgesprochen, was ich dachte. Das erste Mal, daß über Reinkarnation als Erklärung für die Ereignisse gesprochen wurde, war, als wir erstmals alle zusammen waren. Die Mädchen, Phyllis und Betty, dachten beide, daß ihre Mutter durch mich sprach, und es war ihnen unangenehm, das zu sagen, weil sie merkten, daß ich nicht so dachte. Dabei war merkwürdig, daß sie mich zwar nicht als ihre Mutter betrachteten, aber dennoch so behandelten. Frank hatte ein Nahtoderlebnis. Als ich ursprünglich mit ihm Verbindung aufnahm, wußte er  nicht recht, wie er reagieren sollte. Dann hatte er einen schweren Herzinfarkt und ein Nahtoderlebnis und erkannte, daß es mehr geben mußte, daß es nach dem Tod weitergeht. Danach zeigte er Interesse und hat es recht gut angenommen. Christy demonstrierte deutlich mit Worten, daß er die Reinkarnation akzeptierte. Er hat allen anderen erklärt: Ja, das ist in Ordnung, auch wenn es die Priester nicht so sehen. Sonny hatte keine Probleme. Ich hatte also Glück, daß alle ganz zufrieden waren. Aber ich würde nie jemandem sagen, was er denken soll.

Hat sich Ihr Religionsverständnis durch Ihre Erfahrungen verändert?

Cockell: Ich habe ein Problem mit starren Konfessionsformen. Ich kann begreifen, warum verschiedene Menschen die Dinge unterschiedlich betrachten. Und ich habe kein Recht, anderen Menschen ihre Sicht wegzunehmen, genausowenig wie diese das Recht haben, mir mein Erlebnis zu nehmen – bei dem es sich in Wirklichkeit um keinen Glauben handelt. Bei vielen Religionen fiel mir, als ich sie näher betrachtete, auf, daß es Teile gibt, die sehr gut zu anderen Religionen passen. Vieles würde gut zusammenpassen, wenn wir nur die Gemeinsamkeiten erkennen wollten!

Herzlichen Dank für dieses Gespräch und alles Gute!

Das Video-interview mit Jenny Cockell gibt es hier