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Jun 1, 2017

„Bei dem Hass, der mich verzehrt, bei dem Tode schwör’ ich Rache!“


Giuseppe Verdis „Otello“ ist meine Oper des Monats.

Kategorie: Neuigkeiten

„Otello“ ist eine der berühmtesten Kompositionen des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi (1813–1901). Er schrieb das Werk im Alter von 70 Jahren, nachdem er mehr als zehn Jahre lang an keiner Oper mehr gearbeitet hatte. Seine „Aida“ war 1871 uraufgeführt worden und hatte trotz des großen Erfolges einige Kritiker zu der Häme veranlasst, Verdi sei ein „Nachläufer“ von Richard Wagner geworden. Vielleicht waren solche Aussagen mit verantwortlich dafür gewesen, dass Verdi sich als Opernkomponist zurückgezogen hatte.

Doch dann, im November 1879, erreichte ihn ein geniales Libretto: Arrigo Boito (1842–1918), ein von Verdi überaus geschätzter Textdichter und Komponisten-Kollege, hatte William Shakespeares Eifersuchts-Drama „Othello“ (italienisch „Otello“) neu für eine Oper verfasst – und Verdi, der immer auf der Suche nach guten Librettos gewesen war, zeigte sich begeistert: „Es ist von der ersten bis zur letzten Seite ein wirklich durchdachtes Operndrama.“

Also machte sich der gealterte Meister noch einmal ans Werk – und schuf ein Meisterwerk: Die Uraufführung von „Otello“ am 5. Februar 1887 wurde zum uneingeschränkten Triumph. Verdis Komposition, die vor allem an den Interpreten der Titelpartie große stimmliche Anforderungen stellt, steht bis heute regelmäßig auf den Spielplänen der internationalen Opernhäuser.

Die Handlung ist in einer Hafenstadt auf der Insel Zypern verortet und spielt Ende des 15. Jahrhunderts. Otello ist Befehlshaber der venezianischen Flotte im Krieg gegen die Türken. Im Libretto wird er als „Mohr“ beschrieben, also als dunkelhäutig, wobei diese Bezeichnung ursprünglich auf einen Mauren hinwies, einen Bewohner des islamischen Mauretaniens im Nordwesten Afrikas.

Lesen Sie hier eine Werkeinführung auf Grundlage des Librettos.