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Jan 1, 2018

Verstörende, heilende Kraft der Liebe


Aus Kummer über den Tod des Geliebten in Wahnsinn zu verfallen sollte eine Frau immer erst nach gründlicher Begutachtung der Leiche in Betracht ziehen … Giovanni Paisiellos „Nina“ ist meine „Oper des Monats“.

Kategorie: Neuigkeiten

Giovanni Paisiellos 1789 im Belvedere des Königspalasts in San Leucio bei Caserta (Italien) uraufgeführte Oper „Nina ossia La pazza per amore“ (Nina oder Die Wahnsinnige aus Liebe) erzählt die Geschichte einer Frau, die aus Liebeskummer in den Wahnsinn verfällt. Der Handlung liegt vermutlich eine wahre Begebenheit zugrunde, die etwa 100 Jahre davor schon einmal Stoff für eine Oper bot: In Frankreich war 1786 das Werk „Nina, ou La folle par amour“ von Joseph-Benoît Marsollier de Vivetières (Libretto) und Nicolas Dalayrac (Musik) uraufgeführt worden.

Paisiellos Werk – ursprünglich eine einaktige Oper, die später für eine zweiaktige Fassung überarbeitet wurde – gilt als einer der größten musikalischen Erfolge des 18. Jahrhunderts und stand bis weit in das 19. Jahrhundert hinein auf dem Spielplan der meisten italienischer Opernhäuser. Danach geriet das Werk eher in Vergessenheit, wurde aber in jüngerer Zeit neu entdeckt.

Giovanni Paisiello (1740–1816), ein Zeitgenosse Mozarts, war ein vielseitiger und äußerst produktiver Komponist. Unter anderem schrieb er über 100 Opern, darunter den 1782 in Petersburg uraufgeführten, in Italien überaus beliebten „Barbier von Sevilla“. Als einige Jahrzehnte später Gioachino Rossini daran ging, den gleichen Stoff neu zu vertonen, galt dies als großes Wagnis – eben weil bereits Paisiello ein musikalisches Meisterwerk geschaffen hatte. 

Rossini selbst hatte vor dem älteren Maestro, den er „das Genie des einfachen Genres und der naiven Anmut“ nannte, großen Respekt. Er sagte über Paisiellos musikalisches Genie: „Man kann keine einfache Melodie mehr erfinden. Denkt man nur eine Viertelstunde darüber nach, so kommt man wieder auf Paisiello zurück und kopiert ihn, ehe man es weiß.“

Die Handlung von „Nina“ spielt im Italien des 18. Jahrhunderts. Lesen Sie hier eine Werkeinführung.