Überlebenskampf zwischen Science und Fiction

Ridley Scotts Science-Fiction Epos „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“

Der 18. Tag seiner Marsmission als Mitglied der „Ares-III-Crew“ wird für Mark Watney (Matt Demon) zum Schicksalstag: Ein unerwartet starker Sandsturm zieht auf, die Crew muss ihre Mission auf dem roten Planeten abbrechen und schnellstmöglich zum „Mars-Rückkehr-Modul“ gelangen. Dabei wird Mark durch ein im Sturm herumwirbelndes Trümmerteil schwer verletzt; Kommandantin Melissa Lewis (Jessica Chastain) glaubt ihn tot und startet mit den übrigen Crewmitgliedern die lange Rückreise in Richtung Erde. 

Aber bald darauf, nachdem die NASA für Mark Watney bereits eine offizielle Abschiedsfeier inszeniert hat, zeigen die Bildanalysen einer jungen Satellitenspezialistin: Mark Watney hat überlebt! 

Aber wie kann man ihm helfen? Und wie kann jemand über Monate und Jahre allein auf dem Mars überleben?

Das ist die Ausgangslage für Ridley Scotts siebenfach oscarnominiertes Filmepos „Der Marsianer“ (2015), das nicht nur durch schauspielerische Leistungen und visuelle Effekte überzeugt, sondern vor allem auch durch seine für das Science-fiction-Genre ungewöhnlich realitätsnahe Handlung. Sie basiert auf einem Roman des US-amerikanischen Schriftstellers und Softwareentwicklers Andy Weir (Drehbuch: Drew Goddard) und hat die Europäische Weltraumorganisation ESA dazu veranlasst, im Rahmen eines „Marsianer“-Presse-Screenings zum Verhältnis von „Science“ und „Fiction“, von realer Wissenschaft und Fiktion, Stellung zu beziehen.

„Science“ – wissenschaftliche Realität – ist das „ExoMars“-Programm der ESA. In diesem Programm sollen Technologien zum Einsatz kommen, die für künftige Mars-Missionen von entscheidender Bedeutung sind. Es geht darum, Nutzlasten auf die Oberfläche des Planeten zu bringen, sich mit Hilfe eines Rovers auf dem Mars bewegen zu können, Proben zu sammeln und diese zu untersuchen.

Ein wissenschaftliches Ziel ist dabei unter anderem die Suche nach Leben. Denn die Frage, ob es auf dem Mars Leben gab oder gibt, ist immer noch offen. 

Ein weiteres Ziele ist die Untersuchung von Spurengasen in der Mars-Atmosphäre.

Für das Raumsondenprojekt „ExoMars“ arbeitet die ESA mit der russischen Raumfahrtagentur „Roskosmos“ zusammen. Der Name „ExoMars“ steht für Exobiologie, also für die Suche nach außerirdischem Leben auf dem Mars. Erstmals seit den „Viking“-Sonden, die in den 1970er Jahren von den USA gestartet wurden, soll also wieder aktiv nach Leben auf dem Mars geforscht werden.

Am 14. März 2016 startete um 10:31 MEZ planmäßig die erste Rakete des Programms „Exomars“: Ein wichtiger Schritt für künftige Missionen zum „roten Planeten“ ist damit bereits gelungen. 

Im Jahr 2018 soll der „ExoMars Rover“ folgen. Beide Missionen werden mit einer russischen Proton-Rakete gestartet. „Roskosmos“ stellt die Landeeinheit sowie einige Messinstrumente für den Rover. Überwacht sollen die Missionen vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt werden. Für die Steuerung des Rovers wird in Turin das „Rover Operations Control Centre“ (ROCC) eingerichtet.

Spannende Jahre der Forschung stehen also bevor. Wie sehr die Eroberung des Mars die Allgemeinheit fasziniert, dafür ist vielleicht auch der Kassenerfolg des „Marsianers“ ein Indikator: In den Kinos spielte Ridley Scotts Film weltweit etwa 630 Millionen Dollar ein. 

(2015, 144 Minuten)