Die Kraft von Zuversicht und Vertrauen

Kurt Langbeins sehenswerte Dokumentation „Wunder Heilung“

Kurt Langbein (geb. 1953) ist ein vielfach ausgezeichneter österreichischer Wissenschaftsjournalist und Filmemacher. Vor einigen Jahren allerdings erschütterte eine überraschende Diagnose sein Leben: „Prostatakrebs in fortgeschrittenem Stadium“. Langbein entschloss sich, seinen eigenen Kampf um Heilung mit der Kamera zu begleiten. Dabei suchte er nach Antworten, wie sie wohl jeder Mensch finden will, der den möglichen Tod vor Augen hat: Warum gerade ich? Was ist falsch gelaufen? Was kann ich tun?

Parallel zu der konventionellen Strahlentherapie, die Kurt Langbein erhielt, um den Krebs in seinem Körper zu bekämpfen, begann er zu recherchieren: Gibt es schlüssige wissenschaftliche Studien und Forschungen, die Zusammenhänge zwischen der persönlichen Lebenssituation und der Entstehung von Krebs dokumentieren? Warum gibt es Menschen, die von den Ärzten als „unheilbar“ aufgegeben wurden, aber trotzdem vollständig genesen sind? Welche Faktoren bewirken Heilung? Und was können Betroffene über die schulmedizinische Betreuung hinaus Sinnvolles tun, um diese im Stillen wuchernde, zerstörerische Krankheit nachhaltig zu besiegen?

Kurt Langbeins Filmdokumentation „Wunder Heilung“ bietet eine Vielzahl überraschender und Mut machender Antworten. Beispielsweise die (bislang umstrittene) Erkenntnis, dass die Psyche des Patienten eine zentrale Rolle für die Entstehung der Krebskrankheit spielen kann: Wem es schlecht geht, dessen Immunsystem funktioniert nicht optimal. Das körpereigene Immunsystem ist aber dafür zuständig, dass Krebszellen (die im Körper immer entstehen) eliminiert werden und keinen Schaden anrichten. Die Stimmung kann sich demnach über das Immunsystem (das allerdings immer etwas zeitverzögert reagiert) direkt auf den Gesundheitszustand auswirken. Forscher in Chicago konnten beispielsweise einen klaren Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Brustkrebs und der sozialen Situation betroffener Patienten feststellen.

Kurt Langbeins Dokumentation „Wunder Heilung“ bietet einen faszinierenden Streifzug durch die Psycho-Neuro-Immunologie und porträtiert gleichzeitig Krebspatienten, die vor Jahren als todgeweiht galten, sich heute aber bester Gesundheit erfreuen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie – den düsteren Prognosen zum Trotz – zu der festen Überzeugung gelangten, dass alles gut enden wird. Die „Kraft von Zuversicht und Vertrauen“ (so der Untertitel des Films) ist offensichtlich ein zentraler Faktor für jeden Heilungsprozess. Dabei ist es offensichtlich zweitrangig, wem oder was vertraut wird – dem Arzt, dem Geistheiler, dem Schamanen oder einfach einem simplen Tonbandgerät, das vorgibt, ein Heiler zu sein: Sobald eine Überzeugung auf der Grundlage von Zuversicht und Vertrauen entsteht, können Krebszellen ebenso „von innen her“ bekämpft werden, wie es beispielsweise auch möglich wird, Parkinson-Symptome zu mildern oder die Abhängigkeit vom Rollstuhl zu überwinden.

Ein weiterer interessanter Aspekt: Der Glaube des Menschen kann – abermals über die Kraft von Zuversicht und Vertrauen – ebenfalls heilend wirken. Allerdings kann eine religiöse Gesinnung, sobald sie sich in Richtung Angst und Schuld bewegt, auch das Gegenteil bewirken.

Kurt Langbein konnte sich nach zwei Jahren als geheilt bezeichnen. Sein Film „Wunder Heilung“ erhielt 2012 die Romy als „Beste TV-Dokumentation“ und ist seit kurzem als DVD über den Komplett-Media-Verlag (ISBN 978-3-8312-8134-3) erhältlich.

Soeben veröffentlichte Kurt Langbein sein neues Buch zum Thema: „Weissbuch Heilung – Wenn die moderne Medizin nichts mehr tun kann“ (Ecowin Verlag, Salzburg; ISBN 978-3-7110-0042-2)

(2012; 60 Minuten)