James Camerons Science-Fiction-Meisterwerk „Avatar II – Der Weg des Wassers“ •
Wir befinden uns auf dem Mond Pandora im Alpha-Centauri-System, in der zweiten Hälfte des 22. Jahrhunderts. Jake Sully (Sam Worthington), ein ehemaliger US-Marine, hat mit Hilfe von Eywa, dem lebenspendenden neuronalen Netzwerk des Mondes, seinen menschlichen Körper verlassen und in einen Avatar inkarnieren können. Dieser Körper ist ideal an die Atmosphäre und die Schwerkraft des Mondes angepasst und hat die Gestalt eines Na’vi, also eines Stammesangehörigen der auf Pandora lebenden blaufarbrigen humanoiden Spezies.
Jake hat mit seiner geliebten Neytri (Zoe Saldana) eine Familie gegründet. Die beiden haben drei eigene Kinder, Neteyam (Jamie Flatters), seinen jüngeren Bruder Lo’ak (Britain Dalton) und deren kleine Schwester Tuk (Trinity Bliss).
Vor mehr als einem Jahrzehnt war es den Na’vi gelungen, die „Himmelsmenschen“ wieder zu verjagen – so bezeichnet das Volk jene rohstoffhungrigen Eindringlinge, die sich vom fernen Planeten Erde aufgemacht hatten, um auf Pandora rücksichtslos das wertvolle Unobtainium abzubauen.
Jake, ursprünglich auf der Seite der Eroberer, hatte sich damals gegen die Menschen und seinen eigenen Befehlshaber, Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang) von den US Marines, gestellt und den Na’vi zum Sieg verholfen.
Jahre des Friedens und des glücklichen Einklangs mit der paradiesischen Natur Pandoras waren für Jake und Neytri gefolgt. Neben ihren eigenen Kindern hatten sie auch einen menschlichen Jungen bei sich aufgenommen. „Spider“ (Jack Champion) ist der leibliche Sohn des im Kampf gegen die Na’vi gefallenen Colonels Quaritch. Außerdem lebt das Na’vi-Mädchen Kiri (Sigourney Weaver) in der Familie, deren Mutter, wie Jake, ebenfalls menschlicher Abstammung war.
Doch eines Tages findet das harmonische Miteinander ein jähes Ende: Die „Himmelsmenschen“ kehren mit einer neuen Flotte von Raumschiffen nach Pandora zurück. Sie sind nun entschlossen, den Mond zu kolonialisieren und haben für den Angriff gentechnisch Soldaten geklont, die das Aussehen und die körperlichen Fähigkeiten der Na’vi haben. Für einen von Ihnen wurde die DNA von Colonel Quaritch verwendet. Er trägt dessen Erinnerungen in sich – und ist nun entschlossen, Jake ausfindig und unschädlich zu machen. Jenen Mann, der sich einst gegen ihn gestellt und den Sieg der Marines verhindert hatte …
Im erbitterten Widerstandskampf gegen die menschlichen Eindringlinge gelingen den Na’vi zunächst bedeutende Siege. Doch als „Spider“ in die Hände Quaritchs gerät, wird Jake klar, dass er seine Familie und sein Volk nicht mehr schützen kann. Denn es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis die „Himmelsmenschen“ genau wüssten, wo sie im Hochgebirgs-Dschungel nach ihm suchen müssen. Also entschließen sich Jake und Neytri schweren Herzens, mit den Kindern die Heimat des Stammesvolks der Omaticaya zu verlassen und sich einem fernen Na’vi-Inselstamm anzuschließen, dem Metkayina-Clan, der an Küsten des Mondes lebt.
Doch dort haben es die Eltern nicht einfach, das Stammesführerpaar Tonowari (Cliff Curtis) und Ronal (Kate Winslet) davon zu überzeugen, ihre „Patchwork-Familie“ aufzunehmen. Außerdem erfordert der „Weg des Wassers“, der vor den Dschungelbewohnern liegt, neue körperliche Fähigkeiten – und schon bald stellt sich heraus, dass es nicht möglich ist, vor den künstlich generierten Na’vi unter Colonel Quaritch zu fliehen.
Eine weitere Konfrontation bahnt sich an, in die auch Pandoras Wasserlebewesen hineingezogen werden. Voran die hochintelligenten, walartigen Tulkune, die den Metkayina geschwisterlich verbunden sind. In ihrem Gehirn haben die menschlichen Eroberer eine wertvolle Substanz entdeckt, die dem Altern entgegenwirkt. Dass sich die imposanten, mächtigen, aber friedliebenden Lebewesen auch nicht zur Wehr setzen, wenn sie brutal gefangen und getötet werden, macht es den Tulkun-Jägern allzu leicht.
Deren Anführer, Kapitän Mick Scoresby (Brendan Cowell), wird von Colonel Quaritch gezwungen, ihm zu Diensten zu sein. Und so befinden sich Jake und die Na’vi bald in einem Krieg, der über Pandoras Zukunft entscheidet …
Es dauerte 13 Jahre, bis der US-amerikanische Regisseur James Cameron die Fortsetzung des kommerziell erfolgreichsten Films aller Zeiten – „Avatar“ – in die Kinos brachte. Schließlich setzte er mit „Avatar II – Der Weg des Wassers“ abermals neue Maßstäbe, vor allem tricktechnisch (Oscar für die besten visuellen Effekte). Erstmals gelang ein überzeugendes „Performance-Capturing“, also Aufnahmen mit Schauspielern, deren Darstellung direkt auf computeranimierte Figuren übertragen werden, auch unter Wasser. Unvergleichlich eindrucksvolle Szenen!
Sehenswert!
(2022, 193 Minuten)
