WWW – die WissensWerteWelt

Jun 1, 2018

Entscheidung gegen das Ende der Oper


„Capriccio“ von Richard Strauss ist meine „Oper des Monats“.

Kategorie: Neuigkeiten

„Capriccio“, uraufgeführt am 28. Oktober 1942 in der Staatsoper München, ist die letzte Oper, die Richard Strauss komponierte. Das „Konversationsstück für Musik“, wie der deutsche Komponist sein Werk bezeichnete, hat das Thema „Oper“ zum Inhalt. Es befasst sich mit der häufig diskutierten Frage, ob in einem solchen Werk letztlich die Musik oder der Text Vorrang habe. 

Die Idee, ein philosophisch-theoretisches Thema zum Inhalt einer Oper zu machen, stammte in den 1930-er Jahren vom österreichischen Dichter Stefan Zweig (1881–1942), der bei seinen literarischen Forschungen auf diesen Stoff gestoßen war. Strauss fing sofort Feuer und wünschte sich Zweig als Textdichter. Doch an eine künstlerische Zusammenarbeit war auf Grund der politischen Entwicklungen bald nicht mehr zu denken – Zweig war als Jude gebrandmarkt worden und wanderte schließlich nach Brasilien aus –, und Strauss war auch mit Text-Entwürfen, die der mit Zweig befreundete österreichische Librettist Joseph Gregor (1888–1960) geschrieben hatte, nicht zufrieden. 

Schließlich arbeitete der Dirigent und Theaterleiter Clemens Krauss (1883–1954) gemeinsam mit Strauss am endgültigen Text. Er war es auch, der die Premiere dirigierte – etwa ein Jahr bevor das Nationaltheater bei einem Luftangriff auf München durch Fliegerbomben zerstört wurde.

Der Operntitel „Capriccio“ ist ein Begriff aus der Kunsttheorie, der darauf anspielt, dass das Werk traditionelle (musikalische) Formen und Regeln launig und eigenwillig überwindet.

Die Oper spielt um 1775 im Gartensaal eines Rokokoschlosses in der Nähe von Paris. Damals war der deutsche Opernkomponist Christoph Willibald Gluck (1714–1787) an der Pariser Oper tätig.

Richard Strauss betrachtete „Capriccio“ als sein Opern-Vermächtnis. Die Schönheit der Musik wurde und wird immer gelobt. Und obwohl dieses Konversationsstück, bei dem es um Ideen geht, das breite Publikum vielleicht nicht genau so (schnell) zu begeistern vermag wie andere Werke des deutschen Meisterkomponisten, wird „Capriccio“ bis heute auf den großen Bühnen der Welt erfolgreich aufgeführt.

Lesen Sie hier eine Werkbeschreibung auf der Grundlage der Textdichtung.