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Aug 1, 2018

Salome: Die 50. Werkeinführung!


Richard Strauss' „Salome“ ist meine „Oper des Monats“ – und diese Tradition auf meiner Webseite gibt es nun bereits zum 50. Mal!

Kategorie: Neuigkeiten

Die Oper „Salome“ von Richard Strauss (1864–1949) ist eine der ersten Literaturopern. Sie beruht auf dem gleichnamigen Schauspiel, das der irische Dramatiker Oscar Wilde (1854–1900) im Jahr 1891 veröffentlicht hatte. Damals sorgte sein Einakter für einen Skandal. Das Stück wurde zensuriert und verboten, weil Wildes Konfrontation von Johannes dem Täufer (Jochanaan), einem biblischen Propheten Gottes, mit Salomes sexueller Begierde als unzumutbar bewertet wurde. 

Wildes Drama gilt als eines der wichtigsten Werke der Jahrhundertwende, wird heute auf den Bühnen eher selten gespielt, inspiriert aber nach wie vor neue Inszenierungen und Interpretationen, etwa Al Pacinos Verfilmung „Salomé“ mit Jessica Chastain in der Hauptrolle (2013).

Auch die 1905 in Dresden uraufgeführte Oper von Richard Strauss war (und ist) Gegenstand heftiger Debatten. Der Versuch des österreichischen Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler (1860–1911), sie nach der Dresdner Uraufführung auch in Wien herauszubringen, scheiterte an der Zensur. Die Handlung würde „die Sittlichkeit beleidigen“, wurde damals befunden.

Weitgehend unumstritten war (und ist) indes die herausragende Qualität der Musik. Richard Strauss gelang es auf geniale Weise, sowohl die Charaktere – in denen er selbst entweder „perverse Leute“ sah (wobei er auch Jochanaan zu dieser Kategorie zählte) oder allzu naive Figuren, – als auch die dekadent-sinnliche Atmosphäre des Stückes musikalisch zu charakterisieren.

„Salome“ gilt nicht nur als ein grandioser Höhepunkt im Schaffen des Komponisten, sondern auch als wegweisend für die Musik des 20. Jahrhunderts. Die deutschsprachige Urfassung des Werks steht bis heute immer wieder auf den Spielplänen der Opernhäuser. Die 1907 in Paris uraufgeführte französische Fassung (die Strauss auf Wildes französischen Originaltext abstimmte) wird hingegen kaum gespielt, ist aber immerhin auf CD erhältlich.

Die Oper spielt zur Zeit Herodes II. Antipas (20 v. Chr.–39 n. Chr.): Johannes der Täufer, ein radikaler Prophet, der den Menschen ihre Sünden vorwirft, sie zur Buße mahnt und die Ankunft des Erlösers verkündet, wurde auf Betreiben von Herodias, der Frau von Herodes, gefangen genommen und in eine Zisterne gesperrt. Die Juden bestürmen den König, Jochanaan zu töten; Herodes selbst aber ist unschlüssig, weil er den Propheten, der auch in Gefangenschaft unverdrossen weiter predigt, für einen heiligen Mann hält …

Lesen Sie hier eine Werkeinführung, die der Textdichtung folgt.