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Jan 1, 2019

Alban Bergs Meisterwerk


„Wozzeck“ ist meine „Oper des Monats".

Kategorie: Neuigkeiten

Die 1925 in Berlin uraufgeführte Oper „Wozzeck“ von Alban Berg gehört zu den bedeutendsten Musikdramen des 20. Jahrhunderts und ist zugleich das bekannteste Werk des österreichischen Komponisten.

Die Textdichtung beruht auf dem unvollendeten Drama „Woyzeck“ des deutschen Schriftstellers und Naturwissenschaftlers Georg Büchner (1813–1837). Dieses erzählt die tragische Geschichte eines 30-jährigen Soldaten (Franz), der ein uneheliches Kind mit einer Frau (Marie) hat und dafür Unterhalt bezahlen muss. Weil sein karger Sold dafür nicht ausreicht, stellt er sich einem Arzt als Versuchskaninchen zur Verfügung. Er leidet zudem an Schizophrenie, ist psychisch labil, eifersüchtig auf einen anderen Mann, den Tambourmajor, und ersticht schließlich die Mutter seines Kindes.

Die Figur des Wozzeck (Woyzeck) ist einer historischen Person nachempfunden: Johann Christian Woyzeck, ein deutscher Soldat, tötete eine Frau, nachdem ihm innere Stimmen dies befohlen hatten.  In dem nachfolgenden (deshalb historisch bedeutenden) Prozess wurde über die Zurechnungsfähigkeit das Täters befunden. Nachdem Woyzeck in einem Gutachten – nach fünf Gesprächen mit einem Mediziner – als zurechnungsfähig eingestuft wurde, wurde er am 27. August 1824 öffentlich hingerichtet.

Bergs Wozzeck hingegen ertrinkt während seiner wahnhaften Suche nach dem Messer, mit dem er Marie aus Eifersucht erstochen hat.

Alban Berg strukturierte seine Oper, die Anfang des 19. Jahrhunderts in einer kleinen Garnisonsstadt spielt, in drei Akte mit jeweils fünf Szenen. Der erste Akt bietet „fünf Charakterstücke“, in denen die fünf Hauptpersonen in Wozzecks Leben (der Hauptmann, sein Kamerad Andres, Marie, der Doktor und der Tambourmajor) vorgestellt werden. Der zweite Akt („Symphonie in fünf Sätzen“) schildert, wie sich die Handlung auf die dramatischen Tat hinentwickelt, der dritte Akt ist schließlich – in Form unabhängiger Stücke – auf das Mordgeschehen konzentriert.

Musikalisch ging Berg zur Schilderung der Situation Wozzecks und dessen seelischen Ausnahmezuständen auch ins Atonale (die Musik ist hier nicht auf ein tonales Zentrum oder einen Grundton fixiert). Die Uraufführung des Werkes im Dezember 1925 in Berlin war ein großer Erfolg (es gab 20 Vorstellungen), bald wurde es an 15 deutschen Bühnen und auch international aufgeführt – bis die Nationalsozialisten ab 1933 jede Aufführung in ihrem Einflussbereich unterbanden. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde „Wozzeck“ – gefördert durch prominente Dirigenten – weltweit wieder aufgeführt. Das Werk seht bis heute immer wieder auf den Spielplänen der Opernhäuser.

Lesen Sie hier eine Werkeinführung auf der Grundlage der Textdichtung.