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Jul 1, 2019

Wer im ersten Akt hüstelt, stirbt …


Giacomo Puccinis „La Bohéme“ ist meine Oper des Monats.

Kategorie: Neuigkeiten

„La Bohéme“ gehört zu den bekanntesten Opern des genialen italienischen Komponisten Giacomo Puccini (1858–1924) und ist eines der populärsten Bühnenwerke überhaupt. Sie spielt um 1830 in Paris und beleuchtet den Alltag einiger junger, armer Künstler. Der Begriff „Bohéme“ bezeichnet intellektuelle Künstlerkreise, die oft in Opposition zu „gutbürgerlichen“ Werten und Normen stehen.

Als Vorlage für seine Oper diente Puccini das Werk „Scènes de la vie de bohème“ des französischen Schriftstellers Henri Murger (1822–1861). Nachdem er es 1893 gelesen hatte, war er sofort begeistert: „Die Geburtsstunde war an einem Regentag, als ich nichts zu tun hatte und mich daran machte, ein Buch zu lesen, das ich nicht kannte. Der Titel lautete ‚Scènes de la Vie de Bohème‘. Das Buch nahm mich mit einem Schlag gefangen. In jener Umgebung von Studenten und Künstlern fühlte ich mich sofort zu Hause. In dem Buch war alles, was ich suchte und liebe: die Frische, die Jugend, die Leidenschaft, die Fröhlichkeit, die schweigend vergossenen Tränen, die Liebe mit ihren Freuden und Leiden. Das ist Menschlichkeit, das ist Empfindung, das ist Herz. Und das ist vor allem Poesie, die göttliche Poesie. Sofort sagte ich mir: das ist der ideale Stoff für eine Oper.“

Als Textdichter konnte Puccini – wie schon für die zuvor komponierte Oper „Manon Lescaut“ – Luigi Illica (1857–1919) und Giuseppe Giacosa (1847–1906) gewinnen. Die beiden gestalteten das Libretto nach den Wünschen des Komponisten, so dass die Oper am 1. Februar 1896 in Turin – unter der Leitung des damals 28-jährigen Dirigenten Arturo Toscanini (1867–1957) – uraufgeführt werden konnte.

Die Kritiken, die „La Bohéme“ ursprünglich erntete, waren eher schlecht, doch das Publikum war von Puccinis Musik – ein durchkomponiertes Werk, bei dem alle Arien und Duette in den musikalischen Fluss eingebunden sind – verzaubert – und blieb es bis heute.

Zeitgleich mit Puccini verarbeitete übrigens auch der Komponist und Librettist Ruggero Leoncavallo (1857–1919), der mit seinem Werk „Der Bajazzo“ große Berühmtheit erlangt hatte, den „Bohéme“-Stoff für eine Oper. Seinem 1897 in Venedig uraufgeführten Werk blieb der durchschlagende Erfolg jedoch verwehrt.

Lesen Sie hier eine Inhaltsbeschreibung zu „La Bohéme“ auf Basis der Textdichtung.