27. Oktober 2020

Ein Buch für den Autor • Ernst Lasnik zum 70. Geburtstag

Im Bärnbacher „Glaspalast“ fand gestern, am Freitag, 11. September 2020, ein Fest zum 70. Geburtstag des weststeirischen Historikers und Volkskundlers Ernst Lasnik statt. Corona-bedingt um ein paar Monate zu spät, aber was soll’s …

Kurz noch eine Besprechung für ein neues gemeinsames Buchprojekt (noch streng geheim! – danke an Fotograf Karl Mayer für den Schnappschuss, der nun als Titelbild zu diesem Beitrag dient), dann ging es mit Applaus für Ernst Lasnik los: Nach der Begrüßung durch den Chef des Glas-Centers, Hans Martin Hittaller, ehrte GKB-Geschäftsführer Helmut Landsmann das Geburtstagskind mit einer kurzweiligen Laudatio – und wies dabei am Ende auch auf eine Neuveröffentlichung hin. Auf dem YouTube-Kanal der GKB-Bergbau GmbH ging gestern ein Interview mit Ernst Lasnik online, das er mir im Zuge seiner Interview-Reihe mit Bergbau-Zeitzeugen gegeben hatte:

Nach der Laudatio folge die Überraschung des Abends: Peter Gottfried Weißnar war es in den vergangenen Monaten gelungen, als Herausgeber gemeinsam mit einem Team von Autoren ein von sehr persönlichen Erinnerungen geprägtes Buch über Ernst Lasnik zu gestalten, das nun überreicht wurde:

Für die Illustrationen sorgte Nicolaus Trnka-Strasnitzky, der auch schon meinen erzählerischen Beitrag zu Ernst Lasniks Buch „Glück auf! Glück ab!“ – zehn Bergbau-Anekdoten – illustriert hatte.

Die Gestaltung lag in den Händen der NOSUN Werbeagentur, für den Druck sorgte die dem Autor über viele Jahre verbundene Druckerei Moser.

Mein Beitrag war ein kleines Gedicht, das sich vor allem auf unsere langjährige Zusammenarbeit bei zahlreichen Filmprojekten bezieht, die unter der Regie von Wolfgang Scherz entstanden sind. Er hat mich zu den folgenden Zeilen angeregt, und seine Erlebnisse mit Ernst stehen am Beginn des Textes:

I.

1985 war’s und Film war meine Sache.
In Gedanken fest geschmiedet schon der Plan,
Dass was Historisches ich mache.

Die Produktion (es lag mir nie, zu geizen)
Sollte in Hollywood’scher Dimension
Opulent und bunt die Sinne reizen.

Und es folgten dem Ruf des Produzenten
Zahllose Technikbegeisterte,
Visagisten, Schauspiel-Studenten,

Gemeinsam bereit, ein Werk zu kreieren,
Sich kreativ und exzessiv an eine
Inszenierte Flut von Bildern zu verlieren.

Hurra! Doch einer in unserem ehrbaren Kreis,
Wurde bei dem, was er da werden sah,
Anstatt euphorisch zunehmend leis’.

Ungeblendet von der visuellen Saftigkeit,
Vom Hollywood’schen Glanz, pochte er
Auf die historische Wahrhaftigkeit!

Die Naivität des jungen Regisseurs war bald zerronnen.
Die Qualität der Stunde offenbarte sich mir jäh:
Der Ernst im Film hatte begonnen.

II.

Als Ernst Reinhold noch jung an Jahren war,
Nicht Abgeordneter, geschweige denn Professor,
Aber schon damals mit jedem Stein befreundet,
Wissend, welcher Hannibal in welchem Jahrhundert sich an ihm gestoßen hatte,

Als man ihn mit seinem tief gelegten gelben Lotus gen Salla zischen sah,
Der personifizierte Beweis für die hohe Geschwindigkeit von Geschichte,
Als man seine Buchveröffentlichungen noch nicht in Regalmetern zählte,
Und der Name Lasnik noch kein Synonym für Volkskunde war,

Da ahnte noch niemand draußen in der wilden Weststeiermark,
Dass die Geschichte einer ganzen Region und die Potentiale ihrer Bewohner
Einen so treuen Hirten finden würden, der alles weise verknüpft und verwaltet
Was sich da tummelt oder versteckt … rund um den Heiligen Berg.

III.

Der Lasnik kann auch hantig sein,
Aufbrausend, schroff und grantig sein.
Wenn er gegen Dreistigkeit,
Kirchturmfixierte Kleingeistigkeit
Das scharfe Schwert des Wissens zieht.

Der Lasnik kann ein Schnorrer sein,
Oft ist’s sein Name ganz allein,
Der Sponsorenmünzen klingeln lässt.
Bei ihm wird schnell zum großen Fest
Worum ein and’rer sich vergeblich müht.

IV.

Als Buchautor zückte er die Feder,
In den Stand der Ehrenhauer sprang er übers Leder,

Ausstellungsleiter, Referent und Redakteur
Auch das Moderieren liegt ihm sehr.

Doktor phil und Vizebürgermeister,
Experte für Sagen, Legenden und spukende Geister,

Selbst den UFOIogen gab er überzeugend stark
Im Doku-Reigen um die Sagenhafte Steiermark.

Zwischendurch (vielleicht war’s daheim grad fad)
Beehrte er bundespolitisch den Bundesrat,

Viele Rollen in großer Dichte
Zeichnen Ernst Lasniks Lebensgeschichte
Und die größte obendrein,
Die ihn wirklich adelt, ist:
Stets ein wunderbarer Mensch zu sein
(übrigens, höchst konsequent,
digital unbeirrbar abstinent.)

Danke, lieber Ernst, lieber Professor und Meister aller Klassen, für die stets gute Zusammenarbeit!

Werner

Gratulanten: GKB Geschäftsführer Helmuth Landsmann, Grafiker Nikolaus Trnka Strasnitzky, Geburtstagskind Ernst Lasnik und Veranstaltungs-Organisator Peter Gottfried Weißnar